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Rathaus

Stederdorf- Eine historische Betrachtung

Wappen Stederdorf

Das alte Haufendorf hieß schon im 13. Jahrhundert Stederdorp. Befestigungen („Steinerene Türme“);, in Stederdorf und Oberg waren im Besitz von Vasallen der Hildesheimer Kirche. Sie wurden von Herzog Heinrich dem Wunderlichen und seinen Verbündeten um 1300 in der Fehde gegen Bischof Siegfried II. von Hildesheim (1279 – 1310) eingenommen und zerstört. In sächsischer Zeit unter Karl dem Großen gehörte Stederdorf zum Gau Flutwidde, der sich von der Aller bis dicht an Vöhrum und Peine erstreckte. Im Süden lag der Gau Ostfalia. Unter Heinrich dem Löwen und unter seinem Nachfolger kam es zu heftigen Machtkämpfen um die Ländereien bei Stederdorf. Das reichsunmittelbare Hochstift Hildesheim entstand, dem im 13. Jahrhundert auch die Grafschaft Peine zufiel. Im Norden hatten jedoch die Herzöge von Braunschweig Grafschaftsrecht erworben und die Grenze bis an die Tore Peines vorgeschoben. Stederdorfs „fester Turm“ war die Bastion der Herzöge. Die Fundamente sind im Keller des Gemeindehauses noch zu sehen.
In die Zeit 1260 bis 1280 wird eine undatierte Urkunde eingereiht, die durch die Erwähnung eines Pfarrers Walther in Stederdorpe das älteste Zeugnis für das Vorhandensein von Pfarre und Kirche im Dorfgebiet bietet. Auf dem an der Urkunde befindlichen spitzovalen Siegel des Pfarrers ist der Südenfall dargestellt. Diese Urkunde befindet sich im Staatsarchiv Hannover.

Somit ist die damals katholische Kirche das älteste Gebäude des Dorfes und das älteste Baudenkmal des Kreises Peine. Die heutige einschiffige Bruchsteinkirche stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Westturm in den unteren Teilen ist mittelalterlich, das Glockengeschoß ist im 18. Jahrhundert in Fachwerk erneuert. Die Kirche liegt am Ortsrand des Dorfes auf dem ehemaligen Friedhof.

Weil Stederdorf jahrhundertelang ein welfischer Vorposten gegen Hildesheim war, erhebt sich im Wappen der welfisch – lüneburgische Löwe: blau mit roter Zunge und schwarzer Bewehrung, kampfbereit im goldenen Feld. Rechts und links befinden sich blaue Rauten, die dem Wappen der Familie in Oberg entnommen sind. Die Familie besaß seit dem 13. Jahrhundert in Stederdorf Grund und Boden und lange Zeit das Patronatsrecht über die Pfarre. Bis 1852 übte sie auch die niedere Gerichtsbarkeit aus.

Die Bockwindmühle in Stederdorf hat man 1997 restauriert. Sie wurde 1884 von dem Müller Hansen erbaut. Seit dem Jahre 1890 war sie im Besitz der Familie Wolters, zuletzt hatte sie der Müller Wolters im Betrieb. Die Mühle liegt nördlich des Dorfes hinter dem an der Straße befindlichem Wohnhaus.
Stederdorf ist heute längst nach Peine eingemeindet. Doch ihren dörflichen Charakter hat sich die Ortschaft bewahrt.

Text von Jürgen Hodemacher aus dem Buch "Der Landkreis Peine seine Stadt und Dörfer" erschienen im Elm Verlag

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