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Rathaus

Handorf - Eine historische Betrachtung

Wappen HandorfDie frühere Haufensiedlung Handorf gehört seit Jahrzehnten zu Peine. Am 1. Juli 1968 wurde das Dorf eingemeindet. Obwohl der Ort noch seinen ländlichen Charakter zum Teil erhalten hat, ist er eine Arbeiterwohngemeinde geworden.
Die älteste urkundliche Erwähnung nennt den Ort Hattendorp und soll aus dem Jahre 1146 stammen. Im 13. Jahrhundert ist von Haddendorp die Rede. In mehreren dieser frühen Urkunden ist die Mühle des Ortes erwähnt. 1864 wurde wieder eine Mühle gebaut. Die Holländerwindmühle steht an der Landstraße von Groß Bülten nach Peine. Das Flügelwerk ist allerdings nicht mehr vorhanden.

Die Mühle ist ein dreistöckiger Ziegelsteinbau, der früher anscheinend schwarz geteert war. Nach einem Verzeichnis vom 4. September 1662 gab es im Dorf neunzehn freie Bauern und sechs Gerichtseigene. Im Jahre 1302 wurde Handorf, das ursprünglich nach Beckum eingepfarrt war, zur selbständigen Pfarre erhoben und Patronatsrecht dem St. Godehardikloster in Hildesheim übertragen, das seit 1146 hier auch Grundbesitz hatte. Neben St. Godehardi hatte zeitweise auch das Kloster Riechenberg in Handorf Besitz.

Die evangelische Pfarrkirche ist eine neugotische Backsteinkirche. Sie steht im Norden des Dorfes auf dem eingeebneten Friedhof. Erbaut wurde das Gotteshaus von G. Droste aus Hannover. Die einschiffige kreuzförmige Anlage hat im Innern eine flache Balkendecke. Die untere Hälfte des Turmes stammt im Mauerkern teilweise von der älteren Kirche. Diese war ein unbedeutender und nicht sehr alter Bruchsteinbau mit ehemals rundbogigen, später veränderten Fenstern, an der Westseite mit einem Turm versehen.

1925 fand man nahe dem „Opfergraben“ drei bronzene Gürtelschmuckplatten als Teil eines Hortfundes aus der Zeit vor dreieinhalb Jahrtausenden. Eine solche runde Scheibe, im Stil der Bronzezeit ornamentiert, wurde in das Ortswappen umgesetzt. Am Schildfuß verläuft ein goldenes Wellenband, das die Fuhse versinnbildlicht. Mit der Farbwahl Rot/Gold erinnert das Wappen an die jahrhundertelange territoriale Zugehörigkeit Handorfs zu Hildesheim.

Eine Sage berichtet über den „Haßjäger“, den König aller Geister und Gespenster, den die alten Handorfer noch gesehen haben wollen. Im Herbst heult es in den Lüften und knackt in Zweigen der Bäume. Wenn man dann Hundegebell und den Schrei der Wildgänse hört, ist das das Zeichen, daß der „Haßjäger“ unterwegs ist. Er soll seinen Kopf unter dem Arm tragen und ein scheeweißes Roß reiten. Drei Beine soll es haben. Man meint, der „Haßjäger“ sei Wodan, und er trägt seit der Einführung des Christentums in dieser Gegend, wo seine Macht also endete, den Kopf unter dem Arm.

Text von Jürgen Hodemacher aus dem Buch "Der Landkreis Peine seine Stadt und Dörfer" erschienen im Elm Verlag


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