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Rathaus

Neues Archiv-Sonderblatt Nr. 2/2018

30.08.2018

Streit um die Besetzung der Stadttore 1732 (von Michael Utecht)

Eine Viehseuche war ausgebrochen und näherte sich im Jahre 1732 bedrohlich dem Hochstift Hildesheim. Eine Ausbreitung auf das Stiftsgebiet galt es unbedingt zu verhindern. Daher hatte die Hildesheimer Regierung als vorbeugende Maßnahme „einige postierung auf denen hiesigen Grentzen Vorgenommen“, um die in das Hochstift Einreisenden zu kontrollieren, bzw. an der Durchfahrt zu hindern. Dafür benötigte man natürlich zusätzliche Kräfte, die man gewann, indem andernorts Soldaten abgezogen wurden – so auch „einige Milice“ aus der in Peine stationierten Garnison.

Dadurch reduzierte sich die Zahl der Wachposten, was wiederum unerquickliche Folgen für die Bürger der Stadt zur Folge hatte. Denn wie die akute Personallücke zu füllen war, lag für die Hildesheimer Regierung auf der Hand: „So habt ihr auf erfordern des dasigen Capitains und vice Commedanten de Latour [eigentl.: de la Tour], so viel Manschafft aus dasiger Bürgerschafft täglichs herzugeben, als Zur Besetzung Einiger Thoren etwah nöhtig seyn mögten.“

Eine klare Order, die Widerspruch im Grunde ausschloss – in Peine aber verständlicherweise auf Ablehnung stieß und auch für Streit unter den städtischen Bewohnern sorgte. Gemäß der Forderung des „Vice Commendanten de la Tour“ hatte man „alltäglich 9 Bürgere um nebst denen hiesigen Soldaten Wachte zu halten aufgebohten“. Ohne Querelen war der Zwangseinsatz jedoch nicht abgelaufen. Denn erstmals waren dafür nur Stadtbürger geordert worden. Früher jedoch wären üblicherweise „auch die Damm Bürgere und Vörumschen Bauern zugleich mit aufgebohten“ worden, von denen „das Damm- und Schloß-Thor, von den Stadt Bürgern aber das Hohe und Katzhagen Thor“ besetzt werden mussten. Zweifellos handelte es sich um eine eindeutige Benachteiligung der „hiesigen lasttragenden Bürgerschafft“, die „mit den Service-Geldern und Einquartierung Zumahlen sehr belästiget ist“. Von den Soldaten wurden sie außerdem für beschwerliche und mindere militärische Hilfsdienste ausgenutzt „und wann sie sich deßen geweigert, mit Schlägen gedrohet worden, die Soldaten aber darentgegen gantz frey gehen, und faullenzen wollen.“

Insofern war es kein Wunder, dass sich „die Bürgerschafft weigert die Thore zu besetzen, und sich von den gemeinen Soldaten commandiren zu laßen“, wie die Stadt die Hildesheimer Regierung wissen ließ. Von ihr erhoffte man nun „baldige remedur [=Abhilfe]“ und „daß dergleichen […] abgestellet werden möge.“

Wie die Sache ausging sowie weitere aufschlussreiche Details sind nachzulesen im aktuellen Sonderblatt des Stadtarchivs, das ab sofort in folgenden Einrichtungen kostenlos erhältlich ist:

Ø  Stadtarchiv     Ø  Stadtbücherei    Ø  Rathaus (Bürgerbüro)     Ø  Kreismuseum


Stadttore 1732
© Stadt Peine – Der Bürgermeister