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Rathaus

Blutbuchen im Stadtpark

25.09.2020

Bekämpfung des Pilzbefalls

Im Stadtpark ist 2018/2019 eine imposante Blutbuche abgestorben, die als Naturdenkmal geschützt war. Sie musste aufgrund eines Pilzbefalls mit dem Riesenporling (Meripilus giganteus) gefällt werden. Eine Rettung des Baumes war nicht mehr möglich. In dieser Phase wurde auch an einer zweiten, mächtigen Blutbuche (ebenfalls ein Naturdenkmal) ein beginnender Befall durch den aggressiven Riesenporling festgestellt.

Um diesen zweiten wertvollen Baum nicht auch zu verlieren, hat die Verwaltung intensiv nach Möglichkeiten gesucht, den Pilz zu bekämpfen. Eine wirksame Methode war dazu in Deutschland nicht erprobt. Unter Beteiligung eines Mykologen, d.h. eines Pilzkundlers, fand man jedoch in der Schweiz einen interessanten und erfolgversprechenden Ansatz. So wurde dann mit einem Sonderverfahren einen Rettungsversuch unternommen.

Dafür wurde eigens eine Einzelfallgenehmigung bei dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit für einen Freilandversuch unter Verwendung eines Spezialmittels eingeholt. Auch das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurde bei diesem Freilandversuch eingebunden. Der Antrag wurde genehmigt und eine neue Behandlungsmethode konnte erprobt und begonnen werden.

Anwendung findet ein Produkt, welches aus der Schweiz bezogen wird. Das Mittel enthält den Nützlingspilz Trichoderma atrobrunneum, der im Boden das Wachstum von bodenbürtigen Schadpilzen hemmen und entgegenwirken soll. Die in dem Mittel enthaltenden Trichoderma-Stämme dienen als natürliche Antagonisten (Gegenspieler) vieler holzzersetzender Pilze. Das Mittel wirkt unter anderem, indem es in die Zellwand des Schadpilzes eindringt und diese auflöst. Der Zellinhalt wird dann als Nahrung genutzt.

Nach 3 maliger Anwendung pro Jahr, in einem Abstand von ca. 8 Wochen, hat sich das Erscheinungsbild und die Vitalität des Baumes bereits merklich verbessert.

Der Feldversuch läuft weiter bis 2022. Die Entwicklung des Baumes in diesem Jahr stimmt die Beteiligten vorsichtig optimistisch, dass das Experiment und die Rettung gelingen könnte. Der Baum zeigt bereits deutliche Verbesserungen in der Belaubung und damit in der Vitalität. Es bleibt zu hoffen, dass die Blutbuche noch lange als gestalterischer und für den Stadtpark prägender Baum, erhalten bleibt.

Der verbliebene Torso der anderen abgestorbenen Buche soll zunächst weiterhin als Anschauungsobjekt für natürliche Stoffkreisläufe und das Leben im Totholz im Stadtpark verbleiben. Seit dem 13. August dieses Jahres informiert ein neues Hinweisschild die Stadtparkbesucher über die Zersetzungsprozesse und darüber, dass Totholz für die Natur eine große ökologische Bedeutung besitzt und neuen Lebensraum für unterschiedliche Tierarten bietet.

Blutbuche in Stadtpark Peine (von links: Gärtnermeister Rüdiger Ingelmann, Abteilungsleiterin Stadtgrün Heike Nowak, Erster Stadtrat Hans-Jürgen Tarrey, Bürgermeister Klaus Saemann, Amtsleiter Tiefbau Rolf Ilsmann)
Blutbuche in Stadtpark Peine (von links: Gärtnermeister Rüdiger Ingelmann, Abteilungsleiterin Stadtgrün Heike Nowak, Erster Stadtrat Hans-Jürgen Tarrey, Bürgermeister Klaus Saemann, Amtsleiter Tiefbau Rolf Ilsmann)
Die Blutbuche vor und nach der Behandlung
Die Blutbuche vor und nach der Behandlung
Abgestorbenen Buche als Anschauungsobjekt für natürliche Stoffkreisläufe und das Leben im Totholz (von links: Amtsleiter Tiefbau Rolf Ilsmann, Abteilungsleiterin Stadtgrün Heike Nowak, Gärtnermeister Rüdiger Ingelmann, Erster Stadtrat Hans-Jürgen Tarrey, Bürgermeister Klaus Saemann
Abgestorbenen Buche als Anschauungsobjekt für natürliche Stoffkreisläufe und das Leben im Totholz (von links: Amtsleiter Tiefbau Rolf Ilsmann, Abteilungsleiterin Stadtgrün Heike Nowak, Gärtnermeister Rüdiger Ingelmann, Erster Stadtrat Hans-Jürgen Tarrey, Bürgermeister Klaus Saemann
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